Erdoğan wird an Begräbniszeremonie für Mohammad Ali teilnehmen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wird am kommenden Freitag in Louisville, Kentucky, an der Gedenkzeremonie für den am Samstag in Phoenix, Arizona im Alter von 74 Jahren verstorbenen Ausnahmeboxer Mohammad Ali teilnehmen. Dies bestätigte ein Sprecher der Familie des Sportlers. Der türkischen Präsidentschaftskanzlei zufolge wird Erdoğan am Mittwochabend in die USA anreisen.

Der türkische Präsident soll auf dem Begräbnis der Boxlegende, das vom kalifornischen Imam und Islamgelehrten Zaid Shakir geleitet werden wird, auch eine Rede halten. An der Zeremonie werden Vertreter zahlreicher Glaubensrichtungen teilnehmen, darunter Vertreter des Islams, des Judaismus, des Protestantismus, des Buddhismus, des Katholizismus oder des Mormonentums.

Alis Witwe Lonnie, Tochter Maryum, Schauspieler Billy Crystal, Sportveranstalter Bryant Gumbel und König Abdullah II. von Jordanien werden ebenfalls an der Gedenkfeier teilnehmen. Der frühere US-Präsident Bill Clinton wird die Grabesrede halten.

In der Türkei war die Nachricht vom Tod Alis mit großer Trauer aufgenommen worden. Auf Twitter erklärte Präsident Erdoğan: „Möge Gott sich Mohammad Alis erbarmen, dessen Mut, Überzeugung und Entschlossenheit die gesamte Menschheit inspiriert hat.“ Erdoğan bezeichnete Ali als „außergewöhnlichen Sportler und bemerkenswerten Menschen, der die Herzen von Millionen erreicht hat“. Auch der lebenslange Kampf der Boxlegende gegen Rassismus und Diskriminierung werde nie vergessen.

Mohammad Ali hatte drei Mal den Schwergewichts-Weltmeistertitel im Boxen gewonnen und war für seinen unorthodoxen Kampfstil bekannt, der Kraft und Agilität vereinte. Außerhalb des Rings war Ali als charismatische Persönlichkeit bekannt, die sich auch zu sozialen und politischen Fragen zu Wort meldete.

Während des Vietnamkrieges hatte Ali 1964 sogar ein Kampfverbot in den USA erhalten, weil er den Wehrdienst verweigert hatte. Im gleichen Jahr schloss er sich auch der radikalen „Nation of Islam“ an, die von Elijah Muhammad und Malcolm X. geführt wurde. Von 1975 an bekannte Muhammad Ali sich zum sunnitischen Islam.

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